Hardy Laddey – Ein Künstler schert aus…

Der Berliner Künstler Hardy Laddey widmet sich in seinen Werken dem schwierigen und oftmals umstrittene Genre der erotischen Malerei. Dabei ist die Darstellung vertrauter Dinge, so wie sie der Betrachter aus der „normalen“ Welt kennt, nicht unbedingt das, was man mit typischen Laddey-Bildern in Verbindung bringt. Seine Bilder muten eher wie viele verschiedene Erinnerungsfetzen an, die neu zu einem Kunstwerk zusammengesetzt werden, die Menschen in seinen Bildern dabei aber fast fühlbar herausstellen. Angedeutete Umgebungen, schlichte, doch mitunter auch mit betonter Künstlichkeit geschaffene Inszenierungen, die wie eine Kollage aus Erlebnissen zu einer gestörten Bildharmonie beitragen – das ist sein Medium, hier versteht sich Hardy Laddey auszudrücken und Werke zu schaffen, die der Betrachter nicht nur sehen, sondern auch fühlen kann. Nicht ausschließlich schöne, harmonische Werke, sondern der ganze Facettenreichtum menschlicher Emotionen in einem Kunstwerk zusammengefasst, das ist Laddey.

Für Mansworld hat der Künstler, der nicht nur selber malt, sondern seine Technik in Malkursen auch weitergibt, ein wenig aus dem Nähkästchen geplaudert!

Hardy, bitte skizziere deinen künstlerischen Weg?

Ja ich mach es kurz. In Berlin-West geboren und aufgewachsen, zur Schule gegangen und von 1960 bis 66 Studium der Gebrauchsgrafik und der angewandten Kunst an der Heinrich-Zernack Akademie in Berlin-Friedenau. Parallel dazu Meisterschüler bei Prof. Hübner-Lauenburg.

Selbstvermarktung durch eigene Galerie und Ausstellungen meiner Bilder

In den USA, Austin, San Antonio, Nordfankreich und Costa Brava Spanien.

Bis 1997 eigene Agentur für Grafik und Druck.

Du hast lange Zeit in der eigenen Agentur als Grafiker gearbeitet.

Was gab den Ausschlag wieder Kunst zu machen?

Durch die Aufgabe meiner Agentur hatte ich den Kopf frei, frei von Zwängen von Terminen. Nur so kann man Kunst machen.

Wie kommt ein Künstler wie du dazu, sich plötzlich so exzessiv der erotischen

Malerei beziehungsweise der Zeichnung zu widmen. Das geht bei dir ja bis hin zu mitreißender Pornart?

Na ja, der Wunsch, so ein wenig zu provozieren, gegen den Strom Schwimmen,

und andererseits die Betrachter restlos zu Begeistern, der war schon immer da.

Als Menschenmaler, der ich schon immer war, hat es mich als Mann und Künstler schon immer gereizt, das schwierige und umstrittene Sujet Erotik und die so genannte Pornart zu besetzen. War mir von Anfang an darüber klar, mit dem Thema auf Schwierigkeiten zu stoßen. Das ich mich bei dem Thema Erklären muss, was bei keinem anderen Sujet der Fall ist. Ein Landschaftsmaler, ein Abstrakter, ein Porträtist wird niemals in Zweifel gezogen.

Dann war es also irgendwann so weit, und du hast dich in die erotische Malerei gestürzt?

Ja, das ist noch nicht so lange her. Noch kein Jahr, es mangelte mir immer an den dafür geeigneten Modellen, die locker drauf sind, und sich gern in den von mir gewünschten Posen zeigen. Mittlerweile habe ich keinerlei Probleme mehr damit, eine Muse zu finden, die mit mir zusammen arbeiten will.

Wunderbare Modelle, ob Schwul, oder Hetero. Ich zeige in meinen Zeichnungen alle Spielarten der Liebe und der Sexualität.

Zeichnest du auch Modelle in Auftrag?

Ich zeichne auch schon mal nach Auftrag, wenn mir die Person gefällt. Zur Not auch nach Foto. Die anfänglichen Probleme, Modelle zu finden sind ja mittlerweile gelöst. Inzwischen arbeiten die Modelle wegen der Kunst mit mir, nicht gegen Geld. Dafür bekommen sie dann auch meist ein Original von mir.

Wie würdest du deine Arbeit, deinen Zeichenstil Umschreiben. Diese Technik war mir persönlich völlig unbekannt. Bleistift mit allen möglichen anderen Techniken zu mischen, das ist sehr beeindruckend?

Kurz gesagt, Kunst für Erwachsene. Ich möchte meine Arbeiten gern mit dem schönen Wort –Pikanterie- aus der Viktorianischen Zeit umschreiben. Das Wort, die Bedeutung lässt viel Raum für Fantasie. Meine Werke sind nicht mit schöner gefälliger Salonmalerei oder Pin-up Malerei zu Vergleichen.

Ich sage hier auch ganz selbstbewusst, dass gerade dieses Sujet den Künstler ganz besonders fordert. Bei dem Thema trennt sich die Spreu vom Weizen.

Den Kritikern, den Moralisten, möchte ich sagen, dass die Abbildung des Nackten, der Vereinigung zu den ältesten Themen in der bildenden Kunst gehört. Ich bin da also wunderbar altmodisch.

Welcher Künstler, im erotischen Bereich, da gab, und gibt es doch viele große Künstler die sich besonders als Alterswerk damit beschäftigt haben, gefällt dir besonders gut?

Von Rembrandt gibt es wunderbare erotische Zeichnungen. In der neueren Zeit fällt mir Schiele ein, ein besonderer Zeichenstil. Bellmer habe ich mir vergangenes Jahr in Berlin angesehen. Sehr gut gefällt mir persönlich der Zeichner Klaus Böttger, vor ca. 20 Jahren verstorben.

Deine Zeichnungen sind ja alles Originale, kann man sich die leisten?

Meine Originale verkaufe ich nur bei meinen kommenden Ausstellungen schon im Preisbereich ab 400 Euro. Erschwinglich für Jedermann sind jedoch meine Kunstdrucke auf Baumwollpapier von Hahnemühle. Die lasse ich in limitierter Auflage von 100 Stück von meinen Zeichnungen anfertigen. Nummeriert und handsigniert kostet so eine Zeichnung unter 200 Euro.

Hardy, ich wünsche dir weiterhin frohes Schaffen, erregende Momente, und hoffe, dass du noch viele dieser wunderbaren Zeichnungen für uns machen wirst.

Zur Webseite:  http://www.hardy-laddey.de/

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