Wunder von Berlin – “11 Freunde müsst ihr sein!”

Als hätte dieses Motto des damaligen Mannschaftskapitäns der Deutschen Nationalelf Fritz Walter übernatürliche Kräfte, Mut und einen unerbittlichen Siegeswillen in seinen Mannschaftskameraden freigesetzt. Nahezu unglaublich, was sich damals vor den Augen und Ohren der Deutschen im Stadion zu Bern und in heimischen Radios abspielte.

Den Deutschen gelang ein unerwarteter Sieg über 3:2 gegen die damals für unschlagbar gehaltenen Ungarn. Schlechtes Wetter und eine ungewöhnlich schlechte Chancenausbeute seitens der Ungarn verhalfen den Schützlingen Sepp Herbergers zum Sieg.

Wenn die Deutschen gewinnen sollten, dann bei schlechtem Wetter. Mit dieser Einschätzung stand der Teamchef Herberger nicht allein. Er wusste, dass seine Mannschaft nur eine Chance haben würde, wenn es regnete. Zudem war er sich sicher, dass die ungarische Mannschaft auf nassem Boden ihre technischen Vorzüge nicht ganz so gut ausspielen könne wie bei gutem Wetter.
Am amerikanischen Unabhängigkeitstag 1954 war es dann endlich so weit. Als seien die Gebete der Deutschen erhört worden, prasselte der Regen aus der Wolkendecke, als sei er exakt für diesen Tag aufgespart worden, und bereitete den Rasen für die Schuhe der elf Menschen auf, die an diesem Abend zu Helden werden sollten.

Doch die anfängliche Freude um die anscheinend göttliche Begünstigung des Wetters schwank nach dem unmittelbaren Spielbeginn in ernüchternde Realität um. Bereits nach acht Minuten schmetterten die technisch versierten Könige aus Ungarn jegliche deutsche Hoffnung auf den allseits begehrten Pokal nieder. Zahlreiche deutsche Zuschauer verließen nicht allzu lange Zeit später gedemütigt das Stadion. Aus heutiger Sicht mag es ihnen heute noch Leid tun. “Was wir befürchtet haben, das ist eingetreten”, klang es abgeklärt aus der Stimme des legendären Kommentatoren Herbert Zimmermann.

Doch die Hoffnung sollte aufkeimen: In der 11. Minute rüttelte Max Morlock durch sein Tor im Spagatschritt die deutschen Zuschauer wach. Dass dies kein Zufall war, bewies nur sieben Minuten später Helmut Rahn, der das vorige Tor vorbereitete, nach einer Ecke von Kapitän Fritz Walter. Er beförderte den Ball nach glänzender Vorlage Walters in die ungarischen Heimatecken. Trotz des Ausgleichs ließen sich die Ungarn nicht zurückdrängen. Sie erspielten sich vielerlei Chancen und schossen aus allen torgefährlichen Lagen, doch die Festung um den deutschen Torhüter Toni Turek sollte nicht erzittern. In diesen äußerst spannenden Minuten mutierte erstmalig ein deutscher Torhüter zum “Fußballgott”. Sechs Minuten vor Spielende bereitete Helmut Rahn dem einseitigen Gefecht zwischen den Ungarn und dem Torhüter Turek mit einem gezielten Schuss aus der zweiten Reihe ein Ende. Es war kaum zu glauben. Wenige Minuten später machte der Schiedsrichter per Abpfiff die Faszination perfekt und schuf das Wunder von Bern.

Was man schlussendlich davon hält, ist Ansichtssache: Man kann den Sieg der Deutschen auf die Wettersituation und die schlechte Chancenauswertung der Ungarn reduzieren oder aber auf den Teamgeist, den Glauben an sich selbst und den Kampf bis zur letzten Minute – was heute immer noch zu den deutschen Stärken gehört – zurückführen. Auch wenn die Prognosen für das Abschneiden der Deutschen Nationalelf für die diesjährige WM nicht zum Freudentanz anregen, sollte man nicht vergessen, dass es möglich ist, den WM – Titel zu holen. Unsere Fußballmannschaft hat schon oft genug bewiesen, dass sie eine Turnier-Mannschaft ist und einen gewissen Druck benötigt.

Wie oft haben wir bis zur zweiten Hälfte eines Fußballspiels zurückgelegen und den Spies umgedreht. Der Confederations Cup zeigte unterdessen, dass wir außerordentlich heimstark sind. Die Deutschen werden hinter euch stehen, wenn ihr euer bestes gebt. Wenn die Welt zu Gast bei uns Freunden ist, dann solltet ihr auch zeigen, dass ihr “11 Freunde” seid und den Teamgeist entwickeln, der uns so stark macht. “Teamgeist” sollte nicht nur auf dem WM-Ball stehen, sondern sich fest in euren Köpfen verankert haben. Ein gemeinsamer Geist, Wille und eine verbindende Kampfbereitschaft sind weitaus effektiver als ein Team von Individuen. Passender kann es eigentlich nur noch ein Präsident formulieren:

“Wenn wir uns einig sind, gibt es wenig, was wir nicht können. Wenn wir uneins sind, gibt es wenig, was wir können.” (John F. Kennedy)

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