Vegetarier – Wer lebt gesünder? Pflanzen- oder Fleischfresser?

Die Eingabe des Suchbegriffs “Fleisch” in Verbindung mit “Gesundheit” in einer Suchmaschine führt zu zahlreichen Ergebnissen. Meist trifft man bei diesen Suchergebnissen auf einen negativen Zusammenhang zwischen dem Verzehr von Fleisch und den damit verbundenen Auswirkungen auf die Gesundheit des Menschen. Hingegen sind Artikel, in denen Fleisch für die Ernährung als unentbehrlich deklariert wird, äußerst selten. Entspricht die vorherrschende Meinung dem realen Wissensstand oder grenzt das Ganze an Lobbyismus?

Ein kurzer Einblick in die physikalischen Voraussetzungen unseres Körperbaus bietet einige aufschlussreiche Informationen. Die anatomischen Merkmale des Menschen, wie Zähne, Kiefer und Hände ähneln jedenfalls mehr denen eines Pflanzen- statt eines Fleischfressers. Unsere Backen- sowie Schneidezähne sind nicht spitz genug, um rohes Fleisch zu zerreißen. Sie sind flach und ähneln mehr den Mahlzähnen eines Pflanzenfressers. Der Kiefer kann durch vertikale und horizontale Bewegung zumindest beides verwerten. Auch Hände und Fingernägel entsprechen nicht den Voraussetzungen eines Raubtieres. Raubtiere haben eng einander liegende Finger mit langen Krallen. Unsere Hände sind stärker differenziert und ermöglichen eine bessere Handhabung von Früchten und Pflanzen. Die Fingernägel sind kurz und behindern so nicht das Fassen und Pflücken von Früchten. Auch unsere Verdauung ähnelt mehr der des Pflanzenfressers, da bei ihnen, wie bei uns Menschen, Muskelfasern, so genannte Tänien und Haustren in ihrem Darmtrakt vorhanden sind, die Gärkammern für unverdauliche, meist pflanzliche Bestandteile bilden können.

Doch sind nicht nur anatomische Merkmale des Menschen, die vorwiegend für pflanzliche Nahrung ausgelegt sind, sondern auch physiologische Besonderheiten, die dem Fleischverzehr zugrunde liegen, im Hinblick auf die Verträglichkeit von Fleisch interessant.

Fleisch ist reich an gesättigten Fettsäuren und Cholesterin. Eine erhöhte Menge an Cholesterin können die körpereigenen Enzyme nicht mehr abbauen, wodurch sich dieses an den Wänden der Blutgefäße festsetzen kann. Folgen können Bluthochdruck, Herzerkrankungen und Arteriosklerose (Arterienverkalkung) sein. Auch die gesättigten Fettsäuren können sich nach ausreichendem Fleischverzehr in Form eines “Rettungsringes” am Körper äußern. Purine, die ebenfalls reichlich im Fleisch vorhanden sind, werden in Harnsäure umgewandelt. Wenn Harnsäure nicht ausreichend abgebaut werden kann, setzt sie sich in Gelenken fest und kann Gicht verursachen.

Im Rahmen einer 1992 begonnenen “EPIC” (European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition) seien nach neusten Ergebnissen Fleischesser von einem erhöhten Darmkrebsrisiko betroffen, so ein entsprechender Artikel des Schwäbischen Tagblatts. Von rund einer halben Million Teilnehmern seien bereits bei 1329 Studienbeteiligten Rektum- oder Dickdarmkrebsfälle diagnostiziert worden. Fisch, so die Diagnose bisher, senke hingegen das Darmkrebsrisiko. Geflügel spiele eine neutrale Rolle und erhöhe weder noch senke das Risiko auf eine Darmkrebserkrankung. Weiterhin heißt es, dass Forscher davon ausgingen, dass sich das Darmkrebsrisiko bei einem täglichen Mehrverzehr von 100 Gramm roten Fleisches bis zu 49% erhöhen könne. Der erhöhte Verzehr von täglich 100 Gramm Wurst könne sogar, so die Schätzungen der Forscher, zu einem erhöhten Risiko von 70% führen.

Der Anatomie und Physiologie des Menschen, sowie den Erkenntnissen dieser Studie zum Trotz ist die maßvolle Ernährung von Fleisch gesund. Fleisch enthält viel Eisen, wertvolle Proteine, auch wenn deren Abbau zur Entstehung einiger für den Organismus schädlichen Substanzen führt, und Vitamine B6 und B12. Ein Bestandteil des Vitamin B12 ist das Spurenelement Cobalt. Dies ist Voraussetzung für die Bildung von Blutzellen. Aufgrund dessen kann es bei strengen Vegetariern zum Vitamin B12 Mangel und dadurch zu Anämie und Magenschleimhautveränderungen kommen. Zudem befinden sich im Fleisch Zink, Magnesium und Kalium, die den Anteilen in Paprika keinesfalls unterliegen. Eisen, unter anderem für die individuelle Leistungsfähigkeit verantwortlich, kann aus Fleisch (20%) besser als aus pflanzlicher Nahrung (ca. 3-7%) resorbiert werden.

Insgesamt sollte man trotz schwerwiegender Nachteile des Verzehrs von Fleisch ernsthaft bedenken, ob ein Ernährungsplan, der gänzlich ohne Fleisch auskommt, wirklich sinnvoll ist. Es muss ja nicht immer unbedingt Schweine- oder Rindfleisch sein. Geflügel schmeckt auch gut und hat lange nicht so viele “Nebenwirkungen” wie die zwei vorher genannten Fleischsorten. Der Verzehr von Rind- und Schweinefleisch in Maßen ist auch gar nicht so bedenklich, wie zunächst vermutet, wenn man magere Stücke kauft, die möglichst aus ökologischer Tierhaltung stammen. Denn oftmals ist Fleisch, das beispielsweise im Supermarkt angeboten wird, entweder vergammelt, also schon längst abgelaufen, mit Konservierungsmitteln bestrichen und/oder voll von Antibiotika. Wenn man dann noch die sichtbaren Fettstreifen vor dem Anbraten oder Grillen entfernt, kann man relativ unbedenklich Fleisch genießen.

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