Extremsport – BASE – Wahnsinn

Nein, es handelt sich nicht um den E-plus Tarif, der derzeit im Fernsehen beworben wird, sondern um eine Abwandlung des Fallschirmspringens. Sie wird BASE – Jumping, zu Deutsch Objektspringen, genannt, wobei die Abkürzung “BASE” für building (Gebäude), antenna (Antenne), span (Brücken) und earth (Erde) steht.

Wie bereits aus der deutschen Sportbezeichnung “Objektspringen” abzuleiten ist, springt man in diesem Sport nicht, wie beim klassischen Fallschirmspringen üblich, aus dem Flugzeug, sondern von diversen Objekten. Prinzipiell kann man von allem springen, was sich in ausreichender Höhe befindet. Den nächtlichen Sprung mit Fallschirm vom Fünf-Meter-Brett im Schwimmbad sollte man jedoch nicht unternehmen. Erstens ist das Ambiente relativ unspektakulär, zweitens kann solch ein Fallschirm, wenn er nass wird, ganz schön schwer werden und drittens geht der Fallschirm nicht rechtzeitig auf. Zusammengefasst: Man hat gar nichts davon.

Was physikalisch möglich ist, garantiert noch lange nicht, dass Sprünge vom Empire State Building – falls man überhaupt einen geeigneten Platz ohne Aufsichtsbehörden findet – rechtlich ohne Folgen sind. In Dubai beispielsweise werden Strafen bis zur Ausweisung von Touristen verhängt, wenn man bei einem Sprung ohne Genehmigung erwischt wird. Auf allen bekannten Felsen der Schweiz, Österreich, Frankreich und Norwegen sind die Sprünge ohne Genehmigung erlaubt. In Deutschland ist das wiederum eine ziemlich komplizierte Angelegenheit. So muss man, bevor man springen will, Genehmigungen von Landbesitzer und Objektbesitzer einholen. Zudem muss vorher ein Geländegutachten erstellt werden. Diese Unterlagen gehen dann an den Fallschirmsportverband, der letztendlich über die Genehmigung des Sprunges entscheidet.

BASE – Jumping ist weitaus älter, als man zunächst vermuten würde. Der Hintergrund leuchtet auch ein. Früher, etwa im 17. Jahrhundert gab es noch keine Flugzeuge. Der Kroate Faust Vran?i? brauchte aber auch keines, um als erster Fallschirmspringer in die Geschichte einzugehen. 1617 erbaute er als Erster einen Fallschirm und erprobte ihn. Er sprang mit einem stoffbespannten Holzrahmen, der sechs Meter lang und sechs Meter breit war, vom 86 Meter hohen Glockenturm des St. Martinsdoms in Bratislava. Vran?i? ging also nicht nur als erster Fallschirmspringer, sondern auch als erster BASE-Jumper bzw. Objektspringer in die Geschichte ein. An dieser Stelle sei ihm für seinen Mut und seinen Glauben daran, dass es möglich ist, dank eines Fallschirms aus unfassbaren Höhen zu springen, gedankt.

Was sich zunächst nach großem Spaß anhört, kann zu einem suchtähnlichen Verhalten führen, was folgendes Beispiel bestätigt. Zum Jahreswechsel 2005/2006 sprang ein Australier namens Gary Cunningham 133 mal innerhalb 24 Stunden von den Petronas Towers in Kuala Lumpur. Diese gehören zu den höchsten Wolkenkratzern der Welt.

Verglichen zum klassischen Fallschirmspringen aus dem Flugzeug, ergeben sich beim BASE-Jumping einige Unterschiede. Während die Fallschirmspringer über einen Reservefallschirm verfügen, springen BASE-Jumper meist ohne eine derartige Hilfe, weil die Höhe, aus der die Objektspringer springen, meist nicht ausreicht, so dass sich der Reservefallschirm nicht öffnen und somit seine volle Wirksamkeit entfalten kann. Statt eines Reservefallschirms bedienen sie sich eines kleinen Hilfsfallschirms, den sie schon zur Zeit des Absprungs in Händen halten. Je nach Höhe des Absprungortes variieren auch die Einzelkomponenten des Fallschirms und werden von Sprung zu Sprung individuell angepasst.

Wer sich für diesen Sport interessiert und bereits ernsthaft überlegt, es vielleicht selbst mal mit seriösen Lehrern im Rahmen von Kursen zu versuchen, sollte mal einen Blick auf folgende Links werfen. Ohne die Angebote dieser Links im Vornhinein abzuwerten, sind die Kurse schon recht teuer und zudem in Spanien. Man sollte also schon ein wenig Geld auf der hohen Kante haben und Zeit dafür aufbringen können.

www.freefalluniversity.co.uk/gnbas_jumping.asp

www.skydivelillo.com/german/base.html

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