Rainbowparty – Sexorgien in Amerika

“Rainbowparty”, so der Name einer angeblich weit verbreiteten Sexpraktik unter amerikanischen Teenagern, sorgt für Empörung bei deren Eltern. Grund für den Schock ist der amerikanische Schriftsteller Paul Ruditis, der diese Sexpraktik in seinem Buch mit dem Titel Rainbowparty” veröffentlichte. Die Eltern sind verärgert, werfen Ruditis Verantwortungslosigkeit vor und werten sein Buch als Sensationsmasche ab. Doch die Eltern sind mit dieser Kritik nicht allein. Sogar Zeitungen rufen zum Boykott gegen dieses Buch auf. Auch große Buchhandlungen, wie Borders und Barnes & Noble, reagieren auf die negative Resonanz, indem sie das Buch nur im Internet anbieten. Jugendbuchhandlungen haben dieses Buch völlig gestrichen.

Worum es sich dabei handelt, wissen laut einer Umfrage an US-Schulen Teenager bereits. Die meisten befragten Schüler zwischen 13 und 16 Jahren wissen auch, was an solchen Partys stattfindet. Nach Ruditis verbirgt sich hinter der Rainbowparty eine Oralsexorgie, in der sich die Mädchen verschiedenfarbige Lippenstifte auftragen und Ringe mit deren Farben auf den Penissen der Jungs hinterlassen. Ziel des Spiels ist, dass die Mädchen möglichst viele Ringe auf den Geschlechtsteilen der Jungs hinterlassen.

Unabhängig von diversen Sexpartys scheint Oralverkehr ziemlich beliebt zu sein. Eine Umfrage der National Survey of Adolescent Males im Jahr 2000 ergab, dass die Hälfte der 15- bis 19-jährigen Jungs bereits einen Blowjob (Oralverkehr) genossen haben. Eine weitere Umfrage des US-Fernsehsenders NBC erbrachte tieferblickende Ergebnisse: 12 Prozent der Schüler zwischen 13 und 16 Jahren praktizieren Oralverkehr.

Sexologen sehen hinter dieser verstärkten Neigung zu Oralverkehr gesellschaftliche Gründe. Es halten sich seit jeher in den USA moralische Werte, die Sex erst ab der Ehe gutheißen. Diese Werte werden vor allem von den Frauen beherzigt. Was sich daraus ableitet, ist, dass vermehrt ein Ersatz für den Geschlechtsverkehr gesucht wird. Dieser ist auch prompt gefunden: Oralverkehr. Diese Alternative ist weitaus beliebter als Analverkehr, der bis 2003 in fünf US-Bundesstaaten gesetzlich verboten war.

Ein weiterer Grund für die Beliebtheit von Oralverkehr ist die falsche Annahme der Teenager, dass durch Oralverkehr keinerlei Krankheiten übertragen würden. HIV beispielsweise kann nämlich auch auf diesem Wege ansteckend sein. Die Auffassung, dass Oralverkehr kein Sex sei, findet sich nicht nur in den Köpfen vieler Teenager, sondern auch in Statements mancher Staatsmänner wieder. Ex-Präsident der USA Bill Clinton sagte einst in einem Interview zur Lewinsky-Affäre, dass Fellatio kein Sex sei. Vielleicht war es dieses Statement, das für den sorglosen und moralisch unproblematischen Umgang mit Oralverkehr unter Jugendlichen sorgte.

Die moralische Unterdrückung von Geschlechtsverkehr in manchen Kreisen und des Themas Sex in den Medien hat ihre Folgen. Nirgends wird so viel an Pornographie produziert und konsumiert wie in den USA. Auch die Prostitution erfreut sich einer hohen Auftragsdichte.

Letztendlich sollten sich Eltern amerikanischer Familien nicht darüber wundern, dass Jugendliche einen Weg suchen ihre Triebe sei es aus moralischen Gründen oder der geringen medialen Präsenz anderweitig zu befriedigen. Verbote und Unterdrückung vergrößern den Reiz, sich diesen zu widersetzen. Das bedeutet zwar nicht, dass man die Bestrafung von Gewaltdelikten entschärfen soll, um den Reiz, diesem Verbot zu trotzen, zu minimieren; eine etwas offenere Einstellung zu Sex wäre in den Vereinigten Staaten dennoch angebracht.

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