Vorstellungsgespräch – “Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben”

Das Erscheinen zur vereinbarten Zeit ist nicht nur im Geschäftsleben ein ungeschriebenes Gesetz. Auch zu einem Vorstellungsgespräch sollte man seinen Arbeitgeber nicht warten lassen. Oftmals werden Vorstellungstermine vom Unternehmen eng aneinander gereiht. Bereits 15 Minuten Verspätung können ausreichen, um dich von einer Vorstellung auszuschließen. Bedenke stets: 5 Minuten vor der Zeit ist des Deutschen Pünktlichkeit.

Vorstellungsgespräche sind vor allem für unerfahrene Berufseinsteiger Neuland. Umso wichtiger ist es, die angemessenen Vorkehrungen zu treffen. In einer im letzten Jahr erschienenen Umfrage des Online-Job-Portals Monster führten 40 Prozent der Befragten als Hauptursache für ein gescheitertes Vorstellungsgespräch mangelnde Vorbereitungen an. Angst vor dem Scheitern spielt angesichts der Umfrage auch eine schwerwiegende Rolle. Immerhin 25 Prozent der Umfrageteilnehmer sehen hierin den Grund für eine Absage seitens des Personalchefs.

Richtig vorbereiten

Es müsste dir bewusst sein, dass du mit einem Jogginganzug vielleicht auf dem Sportplatz, aber nicht in einer Bank erscheinen kannst. Der Konfirmationsanzug dürfte es auch nicht mehr machen, es sei denn, dass du seit dem nicht mehr gewachsen bist. Spätestens jetzt wird es höchste Zeit, sich einen Anzug zu besorgen. Wenn du nicht genau weißt, wie er aussehen soll, lasse dich am besten von den Angestellten in der Herrenabteilung eines Kaufhauses beraten. Die wissen relativ gut bescheid.

Dresscode

Du solltest einen gepflegten Eindruck hinterlassen. Also Barthaare ab, zum Friseur einen gepflegten Schnitt verpassen lassen und Fingernägel stutzen, auch wenn du gerne Akustik-Gitarre spielst. Der Gesamteindruck sollte gepflegt und eher konservativ als ausgefallen anmuten. Wenn du dich allerdings bei einer Medienagentur beworben hast, kannst du auch zu ausgefalleneren Outfits greifen. Wichtig ist, dass du dich in deinem Anzug wohl fühlst. Probiere ihn am besten vorher noch mal an, um sicherzustellen, dass er an allen wichtigen Stellen passt. Der Zeitabstand zwischen Einkauf und Einsatz des Anzugs sollte speziell über die Wintermonate nicht zu groß ausfallen, weil man gerade in den Wintermonaten doch gerne mal sportlich eine Pause macht und sich an allerlei Süßigkeiten vergreift.

Interesse zeigen

Während des Vorstellungsgesprächs ist es wichtig, Fragen zu stellen, und zwar gezielte und unternehmensbezogene, keine allgemeinen. Um diese erst einmal stellen zu können, musst du dich ausgiebig mit dem Unternehmen beschäftigen. Wenn du dich in einer Bank vorstellst, solltest du mal einen Blick in Bilanzen oder Geschäftsberichten werfen. Tätigkeitsfelder sowie Aktienkurse solltest du nicht im Detail auswendig lernen, aber grob über sie bescheid wissen.

Anfahrt

Die Anfahrtszeit solltest du auch nicht unterschätzen. Informiere dich über Verkehrsmittel und Abfahrtszeiten. Wenn du mit dem Auto fährst, kannst du dir auch einfach bei www.map24.de eine Wegbeschreibung ausdrucken. Es hat auch noch nie geschadet, einmal vorher zu deinem vielleicht zukünftigen Arbeitgeber zu fahren, um genau zu prüfen, wie viel Zeit die Anreise in Anspruch nimmt. Kalkuliere jedenfalls eventuelle Staus und Verzögerungen ein. Wenn du 10 Minuten früher da bist, kommt das besser an, als wenn du zu spät kommst.

Unterlagen

Scheue dich nicht davor, ein paar Unterlagen mit zum Vorstellungsgespräch zu nehmen. Eine Kopie deines Zeugnisses, die Stellenanzeige und, wenn vorhanden, deinen Personalfragebogen sollten sich in deiner Mappe befinden. Zusätzlich kann es auch nicht schaden, einen Geschäftsbericht bei sich zu haben. Für den Aufenthalt in Bus und Bahn kannst du dir auch eine Tageszeitung kaufen, um dich auf den neusten Stand von Politik und Wirtschaft zu bringen. Abschließend könntest du ein Paper mit gezielten und detaillierten Fragen an das Unternehmen erstellen und ebenfalls mitnehmen.

Fragen zu stellen ist längst nicht so schwer, wie die des Gegenübers angemessen zu beantworten. Unter der Internetadresse www.berufszentrum.de/verlag/fragetrainer.html gibt es einen Frage-Trainer zum Download. Dieser enthält eine Menge Fragen, die euch der Personalchef stellen könnte. Ein Test lohnt sich allemal.

Es ist soweit

Du bist pünktlich angekommen, ja sogar 10 Minuten vorm vereinbarten Termin. Du bist nervös und angespannt. Eine relativ gute Möglichkeit, dich etwas zu entspannen, ist, deine Hände unter die Sitzfläche zu halten und diese versuchen, nach oben zu drücken. Dabei spannt sich dein Bizeps an. Halte während dieser Anspannung die Luft für zirka zehn Sekunden an. Alternativ kannst du auch eine etwas unauffälligere Methode wählen: Drücke Daumen, Zeigefinger und kleinen Finger beider Hände gegeneinander. Die restlichen Finger berühren die Handinnenfläche.

Nach einem weder zu lauten noch zu leisen Klopfen an der Tür des Personalchefs wirst du hereingebeten. Stelle dich mit vollem Namen vor und hinterlasse einen mittelkräftigen Händedruck. Warte nun so lange, bis er dich auffordert, dich zu setzen. Nimm nun eine angemessen Position ein: Bring dich in eine aufrechte und entspannte Sitzhaltung. Allerdings solltest du jetzt keine liegende Sitzposition einnehmen. Eine gesunde Mischung aus entspannter und übertrieben aufrechten bis starren Sitzhaltung ist hier angebracht. Versuche das rückwärtige Zurücklehnen deines Oberkörpers und das Verschränken deiner Arme zu vermeiden. Dies wirkt nämlich abwehrend. Stelle deine Beine senkrecht zum Boden, nicht zu weit nach hinten oder nach vorn. Insgesamt solltest du selbstbewusst, nicht aber aufdringlich oder ängstlich auftreten.

“Be cool”

Versuche unterdessen deine Nervosität unter Kontrolle zu bringen. Rumrutschen auf dem Stuhl oder ständiges Kratzen an Hinterkopf und Stirn hinterlassen einen sehr unsicheren Eindruck. Versuche, dem vorzubeugen, indem du deine Hände zum Gestikulieren nutzt. Beim Zuhören kannst du sie ruhig auf den Armlehnen liegen lassen.

Du solltest mit deinem Gesprächspartner ständigen Blickkontakt halten ohne ihn dabei anzustarren. Vermeide möglichst, auf den Boden oder in völlig andere Richtungen zu schauen. Das wirkt desinteressiert und ausweichend. Im Gespräch solltest du eine monotone Stimme vermeiden. Sprich betont und langsam. Meist spricht man in Aufregung schneller als man denkt. Den Gesprächsverlauf solltest du nicht bestimmen. Verlasse dich dabei ruhig auf deinen Gesprächspartner.

Balance herstellen ohne zu dominieren

Ein gutes Gespräch beinhaltet nicht nur Fragestellungen einer Partei. Überlege dir gut, was du fragst. Fragen nach Unternehmensstrategien oder Entwicklungsmöglichkeiten bieten sich hierbei hervorragend an. Wenn dir weiterhin nichts einfällt, kannst du auf den Geschäftsbericht zu sprechen kommen, den du mitgebracht hast. Achte bei deinen Fragen darauf, wie du sie stellst. Fragen, die mit einem “Warum” beginnen, klingen oftmals aufdringlich und sind daher eher ungeeignet. Diejenigen, die mit “Wie”, “Wer” und “Wo” beginnen, klingen weitaus offener. Achte indes auf deine Sprache. Redewendungen wie “Sag ich mal” oder “Ich würde sagen” kommen selten gut an.

Wenn du das Vorstellungsgespräch hinter dich gebracht hast, kannst du meist schon anhand von Formulierungen oder Gestiken erkennen, ob es gut oder schlecht gelaufen ist. Wenn sich der Arbeitgeber letztendlich nicht für dich entschieden hat, solltest du Ruhe bewahren und genau analysieren, was vielleicht schlecht gelaufen ist, oder was du hättest besser machen können. Das nächste Mal läuft es besser, wenn du aus deinen Fehlern lernst.

“Alles Gelingen hat sein Geheimnis, alles Mißlingen seine Gründe.” (Joachim Kaiser)

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