Teamfähigkeit – Kooperation statt Konfrontation

Teamfähigkeit und Teamarbeit werden von immer mehr Unternehmen Deutschlands, und auch in aller Welt gefordert. Zwar nehmen die eigene Qualifikation, Zeugnisse und Abschlüsse wie bisher einen sehr hohen Stellenwert ein. Die Fähigkeit, mit anderen Arbeitskollegen kommunizieren, arbeiten und Probleme offen ansprechen zu können, hat in den letzten Jahren jedoch erheblich an Bedeutung gewonnen.

Die Bad Harzburger Akademie für Führungskräfte GmbH befragte im Jahre 2002 nahezu 400 Führungskräfte deutschlandweit zum Thema “Teamarbeit”. 95 Prozent der Befragten arbeiteten in kurzfristig organisierten Projektteams, 80 Prozent an längerfristigen Teamprojekten. Dabei stellte sich heraus, dass 73 Prozent der Befragten, die bis zur vollen Arbeitszeit in einem Team arbeiteten, dies gerne taten.

Probleme bestehen weiterhin im Nutzen, den sich jeder Arbeitnehmer aus dieser Teamarbeit zieht. Den meisten erscheint Teamarbeit lediglich Mittel zum Zweck. Nur wenige, rund 23 Prozent, wollten durch Teamarbeit von anderen Teamkollegen lernen. 31 Prozent bevorzugten den fachlichen Austausch gegenüber dem zwischenmenschlichen Kontakt mit 21,5 Prozent.

Worüber sich über 90 Prozent der Befragten beklagten, waren Kommunikationsschwierigkeiten, fehlende Kultur der Zusammenarbeit und unklare Aufgabenverteilung. Was nach Ansicht der Autoren dieser Studie fehle, sei die Bereitschaft, auftretende Konflikte innerhalb des Teams offen anzusprechen. 90 Prozent sahen unausgesprochene Auseinandersetzungen als Störung der Teamarbeit. Nur etwa 52 Prozent der Befragten waren der Auffassung, dass offene Differenzen als störend empfunden wurden.

Das Problem der Unfähigkeit von Konfliktlösung ist den Arbeitnehmern allerdings nicht anzulasten. Auch dies mag gelernt sein. Die Teilnahme an Teamtrainings wird von Unternehmen nicht allzu ernst genommen. So bekamen etwa nur etwa 34 Prozent die Möglichkeit, an solchen Veranstaltungen teilzunehmen. Noch miserabler fiel es für Gruppentrainings aus: Nur 13 Prozent besuchten zusammen mit ihrem Team entsprechende Veranstaltungen.

Team hin oder her: Jedes Team benötigt einen Anführer. Ob das der Kapitän der Deutschen Nationalelf oder das Alphatier innerhalb eines Wolfsrudels ist. Der Kopf des Teams sollte alle Meinungen des Teams berücksichtigen, sie mit der Aufgabe bzw. dem geforderten Resultat abgleichen und eine Entscheidung treffen. Dabei sollte er den Erfolg nicht sich, sondern dem ganzen Team zuschreiben. So bleibt er auch verschont, wenn die Entscheidung einem Misserfolg gleich kommen sollte.

Zwar ist Teamarbeit sinnvoll, da auch die Produktivität jedes einzelnen in der Gruppe arbeitenden Individuums dadurch, dass er sich seiner Arbeit widmet und diese mit seinen Kollegen teilen kann, um somit nach einem gemeinsamen Ziel zu streben, steigt. Doch sind die meisten Projektteams meist von kurzer Dauer und gruppieren sich neu. So werden die Teammitglieder jedes Mal aufs Neue indirekt dazu aufgefordert, sich mit anderen, bisher unbekannten oder wenig bekannten Arbeitskollegen, in einer neuen Gruppe zu formieren. Dies kann so manchen Arbeitnehmer verärgern. Hat er sich doch gerade mit Arbeitskollegen angefreundet und sie zu behandeln gelernt, wird er erneut dazu aufgefordert, andere kennen zu lernen und sich auf sie einzustellen.

Doch nicht nur der ständige Wechsel von einem Team ins andere ist für manchen ein Dorn im Auge. Auch die geminderten Karrierechancen trüben das Bild der Teamphilosophie. Denn im Team mit gleichberechtigten Partnern ist es schwierig zu glänzen, ohne die Leistung eines Teamkollegen unterschwellig zu kritisieren. Für Karriere gilt seit jeher die Einzelleistung, die aber im Team kaum auffallen kann. Viele machen deshalb nur sehr langsam, gegebenenfalls überhaupt keine Karriere.

Wichtigste Stützen des Teamworks sind die Solidarität innerhalb des Teams und die Loyalität gegenüber dem gemeinsamen Ziel. Man sollte sich wie ein Spieler in einer Fußballmannschaft fühlen, die wie “11 Freunde” für den Sieg kämpfen. Dabei sollten die Positionen klar definiert sein. Natürlich darf der Torschütze sich nicht im Falle eines Sieges als alleinigen Leistungsträger fühlen, sonst könnte er auf Widerstand des eigenen Teams stoßen. Der Sport liefert doch immer wieder grundlegende Erkenntnisse.

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